Neuauflage „Ausgesprochen vielfältig”

Titelseite "Sprachleitfaden"

„Ausgesprochen vielfältig”
Gender- und Diversitysensible Kommunikation in Sprache und Bild

Die überarbeitete Neuauflage unserers Leitfadens kann bei uns jetzt kostenfrei als gedruckte Version bestellt werden.

Zudem steht die barrierearme Variante als Download zur Verfügung.

 

 

Neuer Flyer verfügbar

Auf einen Blick macht der neue Flyer die Kompetenzen und Aufgaben der Koordinierungsstelle deutlich  - hier im Web als barrierearme PDF, bei all unseren Veranstaltungen und vielleicht auch schon bald in Ihrem Briefkasten.

Neuerungen in der Koordinierungsstelle

Die Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen ist mit weitreichenden Veränderungen in den April gestartet. Im Zuge des Verstetigungsprozesses der Koordinierungsstelle wurde in Abstimmung mit dem SMWK eine neue Personalstruktur entwickelt, durch die die Koordinierungsstelle die Wahrnehmung ihrer Aufgaben als Serviceeinrichtung für die sächsischen Universitäten und Hochschulen noch bedarfsgerechter gewährleisten kann. Seit dem 01. April 2018 wird die Koordinierungsstelle von einer Koordinatorin für Gender und Diversität sowie einer Koordinatorin für Inklusion geleitet.
Wir, Diana Hillebrand und Stefanie Dreiack, freuen uns sehr darauf, uns langfristig und nachhaltig für die Chancengleichheit in allen Bereichen der Hochschulbildung in Sachsen einsetzen zu können.

Stefanie Dreiack ist Politikwissenschaftlerin. Sie war an der Universität Leipzig in Lehre und Forschung tätig sowie an der Berufsakademie Sachsen als Referentin für Inklusion. Sie bringt sowohl Erfahrungen im Bereich inklusiver Organisationsentwicklung im Hochschulkontext als auch in Lehre, Wissenschaft und Studierendenbegleitung mit in die Koordinierungsstelle.

Diana Hillebrand ist Literatur- und Kunstwissenschaftlerin. Nach Stationen im Galeriemanagement und als Wissenschaftslektorin war sie seit 2015 im Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig u.a. mit dem t.e.a.m.-Förderprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen befasst. Seit Januar 2017 war sie als Projektmitarbeiterin der Koordinierungsstelle zudem zuständig für das Weiterbildungsprogramm.

Mit unserer Expertise möchten wir in Zukunft die sächsischen Hochschulen, Universitäten sowie die Berufsakademie in ihren Entwicklungen in den Bereichen Gender, Diversität und Inklusion weiter unterstützen und durch neue begleitende Angebote die Netzwerk- und Beratungsarbeit ausbauen. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und stehen ab sofort gerne für allgemeine Anfragen, persönliches Kennenlernen sowie konkreten Beratungsbedarf zur Verfügung.

Neujahrsempfang 2018

Unsere Neujahrstradition fortsetzend wurde am 24.01. gemeinsam gefeiert  - und zurück sowie nach vorn geblickt!

Mit dem Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig richteten wir nun bereits zum dritten Mal unseren Neujahrsempfang aus.

Einem Grußwort von Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, folgte ein unterhaltsames Interview mit der Rektorin der Universität Leipzig, Beate Schücking, und der Staatsministerin.
Musikalisch mehr als nur "begleitet" wurde der Neujahrsempfang durch Pit Strehl plus Band, die zu späterer Stunde die Gäste zum Tanzen brachten.

Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns unterstützt haben, und natürlich bei allen, die dabei waren. Wir freuen uns auf ein erfolgreiches Jahr 2018 mit Ihnen!

Interview mit (Queer-) Feministin Hengameh Yaghoobifarah

Foto von Hengameh Yaghoobifarah
© Yunlong Xie

"Kreative Strategien mit Sprache und anderen gesellschaftlichen Tools"

Hengameh Yaghoobifarah bloggt und schreibt als freie Autorin, u.a. für die taz, Die ZEIT und das Missy Magazine. 1991 in Kiel geboren, studierte sie Medienkulturwissenschaften und Skandinavistik in Freiburg, lebt und arbeitet seit 2014 in Berlin. In ihrer Kolumnenreihe Habibitus legt sie gern mal Finger in diskursive Wunden und macht Themen wie Kulturelle Aneignung, critical whiteness und feministische Belange sichtbar.

 

Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit: Du verstehst dich als nicht-binär verortete Person. Ich stelle mir das in einer Gesellschaft, in der sogar Kinderzahnpasta gegendert wird (sic), schwierig vor!

Hengameh Yaghoobifarah: Ist es auch. Vor allem in Deutschland, wo die Sprache so stark gegendert ist. Im Vergleich zu vielen anderen Sprachen wie Englisch, Schwedisch oder auch Türkisch und Farsi gibt es beispielsweise keine genderneutralen Pronomen oder Endungen an bezeichnenden Substantiven wie Lehrer_in oder Konsument_in. Geboten sind hier kreative Strategien, sowohl mit Sprache als auch mit anderen gesellschaftlichen Tools. 

 

Nach einem langen gesellschaftlich stiefmütterlich behandelten Dasein erfährt der öffentliche Dialog um feministische Belange innerhalb der letzten Jahre eine Art diskursive „Aufwertung" bis hin zur Aneignung durch die Popkultur. Wie bewertest du vor allem letzteres? 

 

Wenn es nicht nur bei einer oberflächlichen Aneignung bleibt, die nur ein Image aufwerten soll, und sich der Feminismus auch in den Produktions- und Arbeitsbedingungen der jeweiligen Geschichte spiegelt, finde ich den Trend weder besonders nachhaltig noch subversiv. Eine kapitalistische Aneignung radikaler Bewegungen ist nichts Neues – und nichts Revolutionäres.

 

Du bloggst und diskutierst vor allem zu Themen wie Intersektionalität, Body Positivity und Queerfeminismus. Hast du dich bereits während des Studiums für Chancengleichheit und Antidiskriminierung engagiert oder wie kam es zu deinem Aktivismus? 

 

Mit 14 beschloss ich, dass ich den gesamtgesellschaftlichen Bullshit nicht ertrage. Damals waren es Nazis, Vergewaltiger und George W. Bush, die mich wütend machten. Deshalb fing ich an, mich politisch zu organisieren. Ich hab meinen Blick seitdem aber noch erweitert und kämpfe gegen intersektionale Diskriminierungs- und Gewaltstrukturen.

 

Noch immer sprechen Statistiken in sämtlichen Karrierekontexten gegen die Gleichbehandlung von Männern und Frauen. Je höher die Karrierestufe, desto mehr dünnt der Frauenanteil aus. Was würdest du jungen Frauen, Student*innen oder Berufseinsteiger*innen raten, sich trotz dieser Herausforderungen durchzusetzen? 

 

Ich würde ihnen raten durchzuziehen, worauf sie Lust haben. Wenn sie Karriere machen wollen, dann bitte, aber sie sollten im Blick behalten, auf wessen Rücken die Treppe der Karriereleiter gebaut wird – das finde ich im Kontext von Lean-In-Femininism und neoliberalen Vereinnahmungen von der Idee der Gleichberechtigung wichtig. Mein größter Traum wäre, wenn keine_r mehr eine Karriere verfolgen würde, sondern wir gemeinsam eine Revolution zur Umstürzung kapitalistischer, patriarchaler, rassistischer, hetero- und cisnormativer Strukturen schaffen würden. Aber ich verstehe auch, dass es nicht von heute auf morgen klappt und Leute – ich selber eingeschlossen – bis dahin irgendwie an Geld kommen müssen.

 

Eine kürzlich veröffentlichte Studie bekräftigte, dass Frauen sich häufiger für den Wettbewerb mit anderen entscheiden, wenn sie ein erfolgreiches weibliches Vorbild haben. Hast du ein persönliches Vorbild, das dich empowert? 

Ich würde sagen, dass ich kein Idol habe, sondern, dass mich sehr viele meiner Freund_innen inspirieren und empowern. Einfach, weil sie sehr starke, resiliente Menschen mit tollen Ideen und Visionen sind.

 

Danke dir für das Gespräch!

 

Das Interview führte Nicola Kindler.

 

Interview mit Inklusionsaktivist Raúl Krauthausen

Bild Raul Krauthausen

„Alle sind für den Atomausstieg, aber niemand will das Windrad im Garten.“

Raúl Aguayo-Krauthausen ist Inklusionsaktivist, Autor und Moderator. 1980 in Peru geboren lebt er heute in Berlin und arbeitet unter anderem für die von ihm gegründete NGO Sozialhelden. 2013 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz für seine Verdienste um die sozialen Belange von behinderten und sozial benachteiligten Menschen ausgezeichnet. Er studierte Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und Design Thinking.

 

Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit: Aus Ihrer Sicht - Wie kann Inklusion an Hochschulen am besten gelingen?

Raúl Krauthausen: Erst einmal indem die Gebäude natürlich barrierefrei sind. Der Universitätsbetrieb sollte sich nicht die Frage des Ob stellen, sondern des Wie. Das schließt eine gewisse Geisteshaltung mit ein. Menschen mit Behinderungen, die Assistenzbedarf haben, könnten beispielsweise entsprechende Assistenz vom Studierendenwerk zur Verfügung gestellt bekommen. Und dafür brauchen die Studierendenwerke auch ausreichend finanzielle Mittel. Oft muss allerdings bereits bei den Zugangskriterien angesetzt werden: Viele Menschen können nicht mal das Abitur machen, weil die Gymnasien nicht barrierefrei sind. Der Zugang zu Universitäten wird ihnen auch oft versperrt.

Werden Sie im Alltag häufig mit Unsicherheiten und Überforderung konfrontiert, beispielsweise im Bereich Sprachsensibilität?

Ja, natürlich. Da kann man ganze Projekte drum machen! Wenn Sie sich allein den Sprachgebrauch angucken: "An den Rollstuhl gefesselt", "trotz der Behinderung", "tapfer das Schicksal meistern". Das sind alles Annahmen von nichtbehinderten Menschen, die glauben zu wissen, dass es eine Bürde ist, eine Behinderung zu haben. Aber die Bürden sind die Barrieren im Alltag.

Da schwingt häufig ein gewisses Pathos mit, das stimmt. Was würden Sie sich im sozialen Miteinander wünschen - was könnten Menschen tun, um Inklusion aktiv voranzutreiben und zu normalisieren?

Erstmal den Menschen als erstes sehen, nicht die Behinderung. Davon ausgehen, dass die Person genauso Leidenschaften, Wünsche, Träume, Hobbies hat und mehr ist als die Behinderung. Und wir bräuchten eine Art Willkommenskultur. Es ist ja niemand da draußen und sagt "Mit Behinderten will ich nichts zu tun haben" - zumindest nicht öffentlich. Es ist eher so: "Jaja, wir wissen schon, dass das alles wichtig ist". Aber sobald es darum geht, sich im eigenen Kindergarten, der Schule oder Uni dem Thema zu stellen, kommen Berührungsängste auf. Alle sind für den Atomausstieg, aber niemand will das Windrad im Garten. Da müsste man eine Willkommenskultur vorleben und sagen 'Ja klar, warum nicht!' Und vielleicht auch explizit sagen, wenn einem auffällt, dass im eigenen Studiengang keine behinderten Kommiliton*innen sind und die Frage stellen: Warum eigentlich nicht?

Hätten Sie sich das auch in Ihrem eigenen universitären Alltag gewünscht?

Ich habe meine Studienzeit sehr positiv in Erinnerung. Es gab relativ wenige Probleme und ich hatte mich damals mit der Thematik 'Diskriminierung von behinderten Menschen' noch gar nicht so auseinandergesetzt. Ich war genauso an Gruppenarbeiten, Hausarbeiten, Referaten oder Exkursionen beteiligt wie die nichtbehinderten Kommiliton*innen. Was ein bisschen schwerer fiel war das Finden von Praktikumsplätzen! Da ich Werbung studiert habe war das eine eher kommunikationslastige Arbeit, die wir gemacht haben. Eine, die man dann am Computer erledigt, sodass es im Vergleich zu handwerklichen Tätigkeiten relativ wenig Ausreden gibt, um zu sagen "Das geht mit dem Rollstuhl nicht".

Und auf bundespolitischer Ebene, wo sehen Sie momentan am meisten Entwicklungsbedarf zur Stärkung der Rechte und Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen?

Ich glaube, das ganze steht und fällt mit der Beteiligung behinderter Menschen an den Gesetzen. Wir müssen endlich an den Punkt kommen, dass behinderte Menschen ein Mitspracherecht bei der Gestaltung von Gesetzen bekommen statt Nichtbehinderte entscheiden zu lassen, was behinderten Menschen zusteht und was nicht. Das ist so, wie wenn Männer beurteilen, was Frauen zusteht und was nicht. Was auch noch häufig genug passiert, aber eigentlich nicht sein darf. Also: Aktive Beteiligung ermöglichen, zuhören und vor allem mitsprechen- und mitentscheiden lassen.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Das Interview führte Nicola Kindler.

 

2017

Podium mit Gästen und Moderatorin
Gesamtaufnahme des Raumes mit Publikum

KünstlerinnenKarrieren - Zwischen Traum und Wirklichkeit (Bericht)

Ist sie nun Traum oder Wirklichkeit - die künstlerische oder musikalische Karriere nach dem Studium? Mit dieser zugespitzt formulierten Frage beschäftigte sich unsere Podiumsdiskussion "KünstlerinnenKarrieren" am 14. November an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

Das Interesse an der Frage war auf jeden Fall enorm. Etwa 150 Personen, vorwiegend Studierende der beiden beteiligten Leipziger Kunst- und Musikhochschulen, verfolgten mit großem Interesse die Diskussion auf dem Podium.

Zu Gast waren Jasmin Solfaghari (Opernregisseurin), Julia Hülsmann (Jazzpianistin), Katja Strunz (Bildende Künstlerin) und Katy Müller (Grafikdesignerin). Durch das Gespräch führte Julia Schäfer, Kuratorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig.

Trotz recht unterschiedlicher künstlerischer Bereiche, unterschiedlicher Jahrgänge und individuellen Perspektiven, zeigten sich doch viele Parallelen. Es blieben am Ende viele spannende Einblicke und - wie so häufig - noch mehr neue Fragen.

Im Anschluss an die Diskussion wurde die Gelegenheit zum individuellen Austausch untereinander und mit den Podiumsgästen anregend genutzt. Die musikalische Untermalung bot das Duo Hentschel/Deller.

Wir freuen uns sehr über das große Interesse und wollen am Thema dran bleiben. Unser Dank gilt den beteiligten Kooperationspartnerinnen, dabei insb. Meike Giebeler (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig) und Elisabeth Sasso-Fruth (Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig).

 

Fotos: (c) Johanna Terhechte

KünstlerinnenKarrieren - Zwischen Traum und Wirklichkeit [Pressemitteilung]

Werbebanner zur Veranstaltung

Podiumsdiskussion in der HGB am 14. November 

Talent, Spielfreude, künstlerische Forschung – das sind nur ein paar der guten Gründe, aus denen sich Künstlerinnen, Grafikdesignerinnen, Musikerinnen, Regisseurinnen und andere Kulturschaffende für ihren Beruf entscheiden. Dabei sind der Berufseinstieg und die spätere Karriere in diesem Bereich durch eine generell große, existentielle Unsicherheit geprägt. Und dazu kommt: Künstlerinnen sind in der Öffentlichkeit tatsächlich noch immer unterrepräsentiert. Trotz überproportionaler Präsenz in den Ausbildungsgängen sind sie in deutlicher Minderzahl in namhaften Ausstellungen, bei Preisen und Berufungen vertreten. Wodurch entsteht das Ungleichgewicht und wie können kommende Generationen von Künstlerinnen damit umgehen? 

Im Gespräch mit der Kuratorin Julia Schäfer (Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig) sprechen Katja Strunz (Bildende Künstlerin), Katy Müller (Grafikdesignerin), Jasmin Solfaghari (Opernregisseurin) und Julia Hülsmann (Jazzpianistin) über ihre Erfahrungen auf dem Weg zur erfolgreichen selbständigen künstlerischen Praxis und geben Einblicke in Herausforderungen, Chancen und individuelle Wege in ihrem jeweiligen Berufsfeld.

Eine Veranstaltung der Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst / Academy of Fine Arts Leipzig (HGB) und der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig (HMT).

„KünstlerinnenKarrieren: Zwischen Traum und Wirklichkeit“
Podiumsdiskussion
Di. 14. November
19:00 Uhr
HGB Festsaal

Ungleichungen weiter auflösen! Fachtag ermöglichte Einblicke in die Praxis der Gleichstellungsarbeit vom Studium bis zur Professur

Detail: Hände mit Stift und Programm des Fachtags
Vordergrund: Notebook mit Präsentation, im Hintergrund Publikum
3 Personen im Publikum
Publikum im Raum sitzend, von hinten fotografiert
Veranstaltungssaal von außen durch das Fenster fotografiert. Auf diesem Schriftzug: Technische Universität Chemnitz
Anmeldestand
Zahlreiche Teilnehmende stehen auf eine Balkon in einem Saal mit zahlreichen Industriemaschinen
Buffet
Publikum von hinten, vorn Referentinnen
 

Bei einem Blick auf die Anteile von Studentinnen und Wissenschaftlerinnen auf den verschiedenen Stufen der wissenschaftlichen Karriere fällt vor allem eins auf: Je höher die Stufe, desto weniger werden es.

Ausgehend von dieser Situation, die sich in den letzten Jahren nur in sehr kleinen Schritten zu verbessern scheint, hatten wir Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis zu unserem Fachtag „49 % > 41 % > 21 % Ungleichungen weiter auflösen!“ am 6. November 2017 eingeladen. Zu Gast waren wir an der TU Chemnitz, dank der Unterstützung der zentralen Gleichstellungsbeauftragten Karla Kebsch.

Der Tag startete mit einem Forum zu Studium und Studiengestaltung. Dabei stellte Judith Bräuer das Niedersachsen-Technikum vor. Diese Einrichtung bietet Abiturientinnen die Möglichkeit, ein halbes Jahr dual in einem Betrieb und einer beteiligten Hochschule zu lernen, welche Chancen eine Tätigkeit im MINT-Bereich bietet. Bei Lina Taube (stellv. Frauenbeauftragte der TU Berlin) ging es hingegen darum, wie mit einer an der TU Berlin entwickelten Checkliste Studiengänge gendersensibler gestaltet und vermittelt werden können.

Im zweiten Teil ging es um Mentoring und weitere Unterstützungsangebote für Nachwuchswissenschaftlerinnen. Zunächst berichteten Maria Rosenbaum und Morena Groll (Koordinierungsstelle Genderforschung & Chancengleichheit Sachsen-Anhalt) von Erwartungen und Herausforderungen bei Mentoring-Programmen allgemein, um schließlich näher auf die gemachten Erfahrungen in Sachsen-Anhalt einzugehen. Dr. René Krempkow (derzeit HU Berlin) stellte darüber hinaus eine Studie vor, die aus der Perspektive der Personalentwicklung (auch) nach der Vereinbarkeit von wissenschaftlichem Beruf und Familie fragt und einige spannende, unerwartete Befunde zu bieten hatte.

Im letzten Block stellte Dr.in Andrea Löther (CEWS) die gerade erst veröffentlichte Evaluation des Professorinnenprogramms vor. Den Abschluss bildete schließlich Christine Deja. Das von ihr betreute Projekt PROfessur versucht promovierte Frauen für eine Karriere als Fachhochschulprofessorinnen zu gewinnen und hat zu diesem Zweck nicht zuletzt einen umfangreichen Verteiler für Ausschreibungen der beteiligten Hochschulen erarbeitet.

Außergewöhnliche Perspektiven bot als Rahmenprogramm eine Führung durch das Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU). An diesem werden – bspw. in der besichtigten E3-Forschungsfabrik – neue Produktionsverfahren der Zukunft entwickelt, die energieeffizienter, emissionsärmer und effektiver in der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine sind.

Wir danken allen Beteiligten und insb. den Referent*innen für einen gelungenen Fachtag und freuen uns auf Rückmeldungen, die uns ermöglichen in Zukunft noch besser auf Ihre Wünsche einzugehen.

Eine ausführliche Dokumentation des Fachtags einschl. der Veröffentlichung der Präsentationen ist in Arbeit.

 

Fotos: Jan Felber

Barrieren abbauen, Chancen schaffen! - Fachtagung mit Überblick zur Inklusion an sächsischen Universitäten & Hochschulen

2 Pinnwände mit Postern verschiedener Hochschulen
Annika Kirchhoff im Gespräch
Ministerin Stange während des Grußwortes am Redepult, im Vordergrund Publikum
Rektorin Schücking während des Grußwortes am Redepult
Dr. Schindler während der Keynote, im Hintergrund die Powerpoint-Präsentation
2 Teilnehmer*innen im Gespräch, im Hintergrund: weitere Teilnehemer*innen betrachten Poster

Inklusion gehört zu den wesentlichen Herausforderungen, denen sich die Universitäten und Hochschulen in Sachsen derzeit widmen. Ziel ist nicht nur die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, sondern die Schaffung einer „Hochschule für Alle“.

Mit der Fachtagung „Barrieren abbauen – Chancen schaffen. Inklusion in Forschung und Lehre gestalten“ bot sich am 19. Juni in Leipzig die Möglichkeit einen Überblick über die Inklusionsbestrebungen zu erhalten. Auf Einladung der Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen, die seit Beginn des Jahres als „Fachstelle Inklusion“ tätig ist, stellten die staatlichen Universitäten und Hochschulen ihre bisherige Arbeit in diesem Bereich vor, berichteten über gesetzte Ziele und besonders erfolgreiche Projekte. Als Format wurde dafür eine Postersession gewählt. Eingebunden waren zudem die sächsischen Studierendenwerke und die Berufsakademien.

Voraus gingen diesen Berichten die Grußworte der Rektorin der Universität Leipzig, Prof.in Dr.in Beate Schücking, sowie der Sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr.in Eva-Maria Stange.

Einen inhaltlichen Einblick über den bundesweiten Stand bot Dr.in Christiane Schindler, Leiterin der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS), in ihrer Keynote „Auf dem Weg zur inklusiven Hochschule“.

 

Die vorgestellten Poster können Sie bereits auf folgender Seite in vollständiger Form betrachten. Alle Inhalte stehen dabei auch als reiner Text in barrierefreier Form zu Verfügung. Der Text der Keynote wird in Kürze nachgereicht und ist dann ebenfalls verfügbar.

Fotos: Christian Hüller

Pressemitteilung: Neues Unterstützungsangebot für pflegende Angehörige

Digitaler Pflegewegweiser für sächsische Universitäten und Hochschulen veröffentlicht

 

Um das Informationsangebot für Studierende und Mitarbeitende an Universitäten und Hochschulen zu verbessern, ist in dieser Woche der erste digitale Pflegewegweiser erschienen. Er ist das Ergebnis einer Kooperation der Stellen für Familienservice der sächsischen Universitäten und Hochschulen und der Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen. Der Pflegewegweiser, der ab jetzt auf der Homepage der Koordinierungsstelle abgerufen werden kann, bietet Hinweise zur Beantragung von Pflegeleistungen, zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie zu Ansprechpersonen vor Ort.

Eine angemessene Balance zwischen den Anforderungen im Privatleben und dem Studium oder der Arbeit zu finden, ist immer wieder eine Herausforderung. Das gilt umso mehr, wenn die eigenen Eltern oder andere Angehörige gepflegt werden müssen. Der Beratungsbedarf im Familienservice an den sächsischen Universitäten und Hochschulen wird entsprechend immer größer. Mit dem Pflegewegweiser wird nun erstmals eine einheitliche Grundlage geschaffen, die einen Weg durch das Dickicht aus Vorschriften, Fachbegriffen und Rechten aufzeigt. Die Einrichtungen können zudem einen eigens gestalteten Flyer mit einem 6-Punkte-Notfallplan nutzen. Dieser bietet eine erste Orientierung, wenn in der Familie plötzlicher Pflegebedarf entsteht und verweist auf das digitale Angebot.

Die Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen unterstützt bereits seit 2009 die Gleichstellungsarbeit in Sachsen. Ein Teil dieser Arbeit sind regelmäßige Vernetzungstreffen der Familienservices aus denen nun, auf Initiative dieser, die Kooperation zur Veröffentlichung des Pflegewegweisers hervorgegangen ist.

Der digitale Pflegewegweiser kann unter http://www.chancengleichheit-in-sachsen.de/pflegewegweiser.html abgerufen werden.

 

Kontakt:

Tel. 0341 / 97 30095
Mail. info@chancengleichheit-in-sachsen.de

Fachtagung: Barrieren abbauen - Chancen schaffen. Inklusion in Forschung und Lehre gestalten

Die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit physischer und psychischer Beeinträchtigung und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist erklärtes Ziel des Freistaats Sachsen wie auch der Universitäten und Hochschulen im Land. Die Aktivitäten sind dabei vielfältig, das Engagement ist groß.

Um die Sichtbarkeit der erreichten Erfolge und vorgesehenen Ziele zu erhöhen und weitere Impulse zu setzen, laden wir am 19. Juni 2017 die Akteur*innen der sächsischen Hochschulen im Inklusionsbereich, Selbstorganisationen und weitere Interessierte zur Fachtagung nach Leipzig ein.

Termin und Ort

19. Juni 2017, 14.30 – 17.00 Uhr
Bibliotheca Albertina, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig

Anmeldung

Für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung bis zum 7. Juni 2017 an inklusion(at)chancengleichheit-in-sachsen.de (oder telefonisch unter 0341 / 97 30096) notwendig. Einladungen wurden bereits verschickt.

Hinweise zur Barrierenfreiheit

Der Vortragssaal ist barrierefrei zugänglich. Eine induktive Höranlage ist vorhanden und kann genutzt werden. Sollten Sie Dolmetschen in Deutsche Gebärdensprache wünschen oder Assistenzbedarf haben, geben Sie dies bitte in der Anmeldung an.

 

 

Symbolfoto: Publikum in Hörsaal

Aktuelle Veranstaltung zur Familiengerechtigkeit an der TU Chemnitz

An der TU Chemnitz stehen derzeit zwei Veranstaltungen bevor, auf die wir sehr gern hinweisen möchten.

 

2. Pflegetag an der TU Chemnitz

"Am 22 Mai 2017 widmet das Zentrum für Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung der Technischen Universität Chemnitz dem Thema Pflege erneut einen Informationstag, der sich an den Bedürfnissen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Studierenden der TU Chemnitz orientiert. Angehörige der Universität erhalten durch Fachbeiträge Informationen zum Pflegegesetz und Pflegeleistungen, zu Unterstützungsangeboten für pflegende Angehörige sowie zur Ernährung im Alter. An diesem Tag sind mehrere Träger von Pflegeeinrichtungen bzw. Pflegeleistungen sowie Gesundheitsberater im Hörsaalgebäude, Reichenhainer Straße 90, anzutreffen."

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Erstes Familienfrühstück an der TU Chemnitz

10.06.2017, 8-11 Uhr

Erstes Familienfrühstück für Studierende und Mitarbeitende der TU Chemnitz im Soziokulturellen Zentrum Quer Beet (Rosenplatz 4, 09126 Chemnitz).

Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei der TU Chemnitz.

Neues Factbook 2015/2016 erschienen!

Cover Factbook 2015/2016

Ganz brandfrisch ist die neue Ausgabe des "Factbook Gleichstellung an sächsischen Hochschulen" mit Daten der Jahre 2015/2016 erschienen. Wie bereits in den früheren Ausgaben fassen wir dabei übersichtlich wichtige statistische Fakten zur Gleichstellung an den Universitäten und Hochschulen in Sachsen zusammen. Erneut wird dabei der Aspekt der MINT-Fächer aufgegriffen. Neu dabei ist die Betrachtung des Themas "Studieren mit Beeinträchtigung" und die Verteilung der Geschlechter in den Rektoraten.

Die neue Auflage kann ab sofort in gedruckter Fassung bei der Koordinierungsstelle unter info(at)chancengleichheit-in-sachsen.de bestellt werden.

Alternativ können Sie das Factbook hier als pdf-Datei herunterladen:
Factbook Gleichstellung an sächsischen Hochschulen 2015/2016

 

 

Ist sie schon längst verwirklicht, die Chancengerechtigkeit? Koordinierungsstelle lädt zu Podium

Im Rahmen des Jahresthemas 2017 werfen wir einen Blick in die Zukunft: Wo stehen wir mit der Chancengerechtigkeit an sächsischen Hochschulen im Jahr 2025 - bis zum Ende der Laufzeit des aktuellen Hochschulenentwicklungsplans (HEP)?

Dafür mussten wir allerdings erst einmal klären: Wo stehen wir heute? Was ist schon erreicht? Wo sind die größten Baustellen? Was gilt es nun als erstes anzugehen?

Um diese - und weitere Fragen von uns und dem Publikum - zu beantworten, haben wir zum 29.3. fünf erfolgreiche Akteurinnen der Geschlechtergleichstellung und Inklusion in die HTW Dresden zu einer Diskussion auf dem Podium eingeladen. Rede und Antwort standen uns dabei Dr.in Mechthild Koreuber, Dr.in Claudia Maicher, Dr.in Jutta Luise Eckhardt, Juliane Sommer sowie Dr.in Daniela Menzel.

Die angeregte Diskussion brachte dabei, wie so oft, mehr neue Fragen als Antworten - was sicherlich als aussichtsreicher Startpunkt des Jahresthemas betrachtet werden kann. So ist nach wie vor offen, wie ein neues geplantes Gleichstellungsgesetz aussehen wird, und auch die Ziele und Ansprüche des HEP 2025 gilt es nun mit Leben zu füllen. Für den Sächsischen Landesaktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gilt es zu sagen, dass er sicherlich viel Bewegung in die Inklusionsbemühungen zahlreicher Hochschulen gebracht hat - und womöglich zur Verstetigung der Arbeit beiträgt.

Eine Lehre bleibt nach dem Abend zweifelsohne: Uns erwarten weitere spannende Debatten, die wir mit unserem Jahresthema gern aufgreifen. Wie es mit diesem weitergeht, erfahren Sie selbstverständlich hier auf unserer Homepage und stets in unserem Newsletter.

Geschlechtergerecht und inklusiv! Koordinierungsstelle wird Fachstelle Inklusion

Bereits seit 2009 arbeiten wir daran, dass unsere Universitäten und Hochschulen in Sachsen zu faireren Orten für Menschen ganz unterschiedlichen Geschlechts  werden. Wir freuen uns darauf, dass unsere Arbeit für Chancengleichheit ab 2017 noch breiter aufgestellt sein wird. Denn mit Beginn dieses Jahres fungiert die Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen als Fachstelle Inklusion.

Ausgestattet mit zusätzlichen Mitteln, die unter anderem die Einstellung einer weiteren Person speziell für diesen Bereich ermöglichen werden, unterstützt die Koordinierungsstelle künftig alle Hochschulen des Landes nicht nur bei ihren Bemühungen Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts abzubauen. Sie fördert darüber hinaus auf vielen Wegen den Abbau von Barrieren und die Arbeit an einer gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung. Eine wesentliche bevorstehende Aufgabe wird dabei im aktuellen Jahr die Unterstützung der Hochschulen bei der Erarbeitung spezifischer Aktionspläne zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sein. Wie in den letzten Jahren, sind wir weiter im Bereich Weiterbildung tätig, organisieren nun aber zusätzliche Workshops, die Inklusion ins Zentrum stellen. Neu ist auch, dass wir Angebote für Lehrende in Kooperation mit dem Hochschuldidaktischem Zentrum Sachsen durchführen.

Die Koordinierungsstelle wird also zukünftig auch im Inklusionsbereich die sächsische Hochschullandschaft unterstützen, vernetzen, sensibilisieren und beraten.

Ausgangspunkt der Einrichtung der Fachstelle Inklusion war die Studie „Auf dem Weg zur inklusiven Hochschule“, die 2016 erschien und im Auftrag des Landtages nicht nur den Status Quo untersuchte, sondern auch Empfehlungen aussprach. Dazu gehörte die Einrichtung einer Stelle, die für die Universitäten und Hochschulen vernetzend und unterstützend wirkt und bereits gemachte Erfahrungen aus anderen Diversity-Bereichen mit einbringen kann.

Wir hoffen in nächster Zeit ein breites Netzwerk aufbauen zu können, in dem wir Erfahrungen zusammen bringen und Wissen tauschen. Denn Eines ist klar: Inklusion geht immer nur gemeinsam und braucht die Zusammenarbeit aller.

In diesem Sinne freuen wir uns nicht nur auf neue Herausforderungen, sondern auch auf neue Kontakte und Menschen.

 

Wenn Sie Fragen haben, stehen wir gerne zur Verfügung:

tel. 0341 97 30095

mail. info@chancengleichheit-in-sachsen.de

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