Pflege-Glossar

Wenn es um das Thema Pflege geht, tauchen immer wieder viele verschiedene, verwirrende Begriffe auf. Oft gibt es ähnliche Begriffe, die völlig unterschiedliche Bedeutungen haben. Dieses Glossar soll einen kurzen Überblick über wichtige Vokabeln und deren Bedeutung zum Thema Pflege geben.

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A

Aktivierende Pflege

Aktivierende Pflege ist in allen Formen der Pflege unablässig. Hierbei geht es darum, die*den Pflegebedürftige*n entsprechend seiner vorhandenen Fähigkeiten zu pflegen. Unterstützung erfährt er*sie nur dort, wo die eigenen Ressourcen enden. Aktivierende Pflege hat zum Ziel, die Selbstständigkeit bei der Durchführung alltäglicher Bewegungsabläufe zu erhalten oder wiederzuerlangen.

Hierbei ist natürlich darauf zu achten die Person nicht zu überfordern, jedoch genug Raum für Freiheit und Eigenständigkeit zu schaffen.

Altenheim, Altenwohnheim, Pflegeheim

Man unterscheidet grundsätzlich drei Heimtypen:

Altenwohnheim:  Die Bewohner*innen führen ein eigenständiges Leben in kleinen Wohnungen. Sie erledigen ihren Haushalt selbstständig, können aber zum Beispiel Mahlzeiten in Gemeinschaft einnehmen.

Altenheim: Die Bewohner*innen leben in bereitgestellten Zimmern oder Appartements, werden aber bei der Haushaltsführung und Essenszubereitung unterstützt.

Pflegeheim: Die Bewohner*innen leben in Einzel- oder Mehrbettzimmern und werden ganzheitlich gepflegt und hauswirtschaftlich versorgt.

Ambulante Pflege

Diese spezielle Pflegeform wird auch häusliche Pflege bezeichnet. Hierbei wohnt die*der Pflegebedürftige weiterhin zu Hause in ihrer*seiner gewohnten Umgebung und wird regelmäßig von ambulanten Pflegediensten besucht, welche hauswirtschaftlich und pflegerisch unterstützen. Hierfür muss die*der Zu-Pflegende soweit selbstständig sein, dass das Alleinsein zwischen den Besuchen des Pflegedienstes nicht zu einer Gefährdung der eigenen Person wird.

B

Behandlungspflege, medizinische

zur Behnadlungspflege gehört zum beispiel die Gabe von Medikamenten, Injektionen oder der Wechsel von Verbänden.

Besuchsdienst

Besuchsdienste unterstützen pflegende Angehörige, welche den Ort der Pflege für einige Stunden verlassen wollen und die*den zu Pflegenden nicht allein lassen können.

Betreutes Wohnen

Hier wohnen die Senior*innen in ihren eigenen, den Bedürfnissen angepassten vier Wänden. Dienste, wie ambulante Pflegedienste, Fußpflege, Physio- und Ergotherapie usw. können direkt im Haus in Anspruch genommen werden.

Betreuungsleistungen

Hierunter zählen zum Beispiel Aktivitäten wie Spazierengehen oder Vorlesen.

Betreuungsrecht

Das Betreuungsrecht regelt als Teil des Familienrechts alle die Belange, welche einer rechtlichen Unterstützung bedürfen.

Betreuungsrecht

Betreuungsverfügung

Die Betreuungsverfügung ist eine Willenserklärung, in der festgelegt werden kann, wen das Gericht im Falle einer Betreuungsbedürftigkeit als rechtlichen Betreuer oder rechtliche Betreuerin bestimmt. Auch inhaltliche Vorgaben, etwa welche Gewohnheiten berücksichtigt werden sollen und ob im Falle einer Pflegebedürftigkeit eine Betreuung zu Hause oder in einem Pflegeheim gewünscht wird, können in der Betreuungsverfügung geregelt werden.

Formular Betreuungsverfügung des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (auch in weiteren Sprachen hier verfügbar)

Formular Betreuungsverfügung der Ärztekammer Niedersachsen

Bundesministerien

Die Bundesministerien leisten Beratung zu unterschiedlichen Aspekten von Pflege. Nähere Informationen finden Sie hier.

D

Demenzpflege

Demenz fordert einen besonderen Aufwand und Umfang an Pflege. Hierfür werden verschiedene Zusatzausbildungen und Pflegekurse für Altenpfleger*innen aber auch für pflegende Angehörige angeboten, in welchen ebendiese lernen, auf die speziellen Bedürfnisse der Demenzkranken einzugehen.

E

Ersatzpflege

Hier übernimmt eine Ersatzpflegekraft die Aufgaben der eigentlichen Pflegeperson bei Ausfall (Urlaub, Kur, usw.). Die Ersatzpflege kann  von Angehörigen oder auch von einem ambulanten Pflegedienst übernommen werden.

F

Fallmanager*in

Jede*r hat einen Rechtsanspruch auf individuelle und umfassende Pflegeberatung, welcher durch die Krankenkasse realisiert wird. Ein*e sogenannte*r Fallmanager*in gibt in diesem Fall Auskunft über Leistungsansprüche.

Familienpflegezeit

Sehen Sie hier ein Video dazu.

G

Grundpflege

Zur Grundpflege zählen Unterstützungen in lebensnotwendigen Aspekten wie Nahrungsaufnahme, Körperpflege, Ausscheidungsvorgänge, Ankleiden und Zubettgehen. Die Grundpflege dient außerdem der Förderung von Eigenständigkeit und Mobilität und kann von Alten- oder Krankenpfleger*innen, pflegenden Angehörigen oder sonstigen Betreuungspersonen durchgeführt werden.

H

Hauswirtschaftliche Versorgung

Einkaufen, Wäsche waschen, Staubsaugen und Aufräumen sind keine Leistungen die die zur Grundpflege zählen. Trotzdem sind sie Bestandteil der häuslichen Versorgung von Pflegebedürftigen.

Hospiz

Hospize sind Einrichtungen, in der sterbenskranke Menschen (und deren Angehörige) in ihren letzten Lebensphasen pflegerisch und psychologisch begleitet werden. Auch hier gibt es ambulante, teilstationäre und stationäre Hospizdienste.

Hilfsmittel

Hilfsmittel sind nach dem Sozialgesetz Gegenstände, auf die Versicherte im Pflegefall Anspruch haben, z.B. Geh-, Seh-, Hörhilfen, Rollstühle, Pflegebetten etc.

K

Kurzzeitpflege

In Kurzzeitpflegeeinrichtungen werden Pflegeplätze für die Übergangsphase in ein Heim angeboten, zum Beispiel nach Krankenhausaufenthalten.

Ein Kurzzeitpflegeplatz kann bis zu 4 Wochen in Anspruch genommen werden. In Sonderfällen ist es auch möglich einen Kurzzeitpflegplatz als Ersatzpflegeleistung in Anspruch zu nehmen.

Sehen Sie hier ein Video dazu.

N

 Nachtpflege

Die Nachtpflege gehört zu den teilstationären Pflegeformen. Tagsüber pflegen Angehörigen die*den Zu-Pflegenden zu Hause und nachts wird sie*er in einem Pflegeheim betreut.

P

Palliativmedizin

Die Palliativmedizin kommt an dem Punkt ins Spiel, an dem die Mittel der klassischen Medizin nicht mehr ausreichen. Hierbei geht es darum unheilbar Kranken dabei zu unterstützen, ihre letzen Monate, Wochen und Tage mit der bestmöglichsten Lebensqualität zu erleben.

Patientenverfügung

Die sogenannte Patientenverfügung enthält Ihre Anweisungen für den*die Ärzt*in, für den Fall, dass man selbst nicht mehr entscheiden kann. Dabei wird entscheiden, welche medizinischen Leistungen man in Anspruch nehmen will und welche nicht. Die Patientenverfügung ist bindend, solange sie formal korrekt aufgesetzt wurde.

Infobroschüre und Formulierungshilfen des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz

Formular Patientenverfügung der Ärztekammer Niedersachsen

Pflegedokumentation

Bei der Pflege ist es wichtig, alle pflegerischen Einzelschritte lückenlos zu dokumentieren. Dazu zählen alle pflegerischen Handlungen, Nahrungs-/Flüssigkeitszufuhr, verabreichte Medikamente und das aktuelle Befinden der/des Pflegebedürftigen.

Pflegestärkungsgesetz

Mit den Pflegestärkungsgesetzen I und II wurden in den Jahren 2014 und 2015 in grundlegende Pflegereform in gang gebracht. Neuerungen werden hier kurz zusammengefasst.

Pflegestufen und Pflegegrade

Im Zuge der Pflegereform 2016/2017 wurden die Pflegestufen durch Pflegegrade ersetzt. Jede*r Pflegebedürftige wird, je nach Grad der noch vorhandenen Selbstständigkeit, in eine der folgenden 5 Pflegegrade eingeteilt. Die Einstufung erfolgt über den medizinischen Dienst (MDK) der Krankenversicherung.

Man unterscheidet:

Pflegegrad 1 – geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

Pflegegrad 2 – erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

Pflegegrad 3 – schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

Pflegegrad 4 – schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

Pflegegrad 5 - schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Pflegevertrag

Als Pflegevertrag wird der Vertrag zwischen der*dem Pflegebedürftigen und dem ambulanten Pflegedienst bezeichnet. Dieser beinhaltet alle vereinbarten Leistungen, die vom Pflegedienst erbracht werden.

S

Stationäre Pflege

Im Gegensatz zur häuslichen oder ambulanten Pflege wird die*der Pflegebedürftige in einer Heimform betreut.

V

Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht wird eine Person Ihrer Wahl dazu bevollmächtigt, an Ihrer Stelle Entscheidungen zu treffen. Hierbei können Vollmachten für alle oder auch nur für bestimmte Aufgabenbereiche erteilt werden. Die*der Bevollmächtigte ist demnach Vertreter*in Ihres Willens.

Formular Vorsorgevollmacht des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz

Formular Vorsorgevollmacht der Ärztekammer Niedersachsen

W

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Um dem*der Pflegebedürftigen möglichst lange ein Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen, können Zuschüsse für Umbaumaßnahmen beantragt werden.

Sehen Sie hier ein Video dazu.