Perspektive Inklusion!

Inklusion ist gegenwärtig in Politik und Gesellschaft ein präsentes Thema und eine umfassende gesellschaftliche Aufgabe. Inklusion steht für Chancengerechtigkeit und den Abbau von Diskriminierung auf allen Ebenen und in allen gesellschaftlichen Bereichen. Auch der Kunst- und Kulturbereich muss sich fragen, ob Zugang, Chancengerechtigkeit und Teilhabe für Menschen mit Behinderung sowohl in Bezug auf die künstlerische Ausbildung an Hochschulen als auch Beschäftigungsmöglichkeiten im Kulturbetrieb ausreichend gewährleistet sind.

Das neue Gesprächsformat Perspektive Inklusion! stellt Akteur*innen des sächsischen Kultur- und Hochschulbereichs vor und setzt sich mit der Frage auseinander, wie Inklusion im Kontext von Kunst und Kultur realisiert werden kann.

Thema der Auftaktveranstaltung waren die aktuelle Ausbildungs- und Arbeitssituation von Tanzschaffenden mit normativen und nicht normativen Körperlichkeiten sowie die unterschiedlichen Sehgewohnheiten und Körperbilder im zeitgenössischen Tanz.


Auftaktveranstaltung: Mixed-ability im Tanz - die FORWARD DANCE COMPANY stellt sich vor

5. Oktober 2020 | LOFFT - DAS THEATER und als Livestream

Anlässlich der Gründung der Forward Dance Company am LOFFT-DAS THEATER startete die erste Ausgabe von Perspektive Inklusion! mit der Vorstellung dieses einzigartigen Ensembles, in der TänzerInnen mit unterschiedlichen Körperlichkeiten seit 2019 als festes Ensemble am LOFFT-DAS THEATER in Leipzig wirken. „Die Grundidee dieses Pilotprojektes ist es, ein Ensemble über ein Projekt hinaus zu etablieren, um damit auch eine kontinuierliche künstlerische Arbeit und Qualität zu garantieren“, so Anne-Cathrin Lessel, Künstlerische Leiterin des LOFFT.

Gustavo Fijalkow, künstlerischer Projektleiter der frisch gegründeten Company, stellte in einem Impulsvortrag den Werdegang, Visionen und Pläne dieses im deutschsprachigen Raum herausragenden Modellprojekts vor. Mit dem Ensemble sollen inklusive und verlässliche Strukturen etabliert werden. Sechs Tänzer*innen mit und ohne körperliche Beeinträchtigungen werden vorerst zwei Produktionen erarbeiten. Als Choreograf konnte der international renommierte Choreograf und Tänzer Nir de Volff gewonnen werden. Das LOFFT, die Wirkstätte des mixed-abled Tanz-Ensembles, ist mit dem Soziokulturellen Zentrum DIE VILLA und dem Tanzlabor Leipzig Ideengeber und Initiator der Forward Dance Company. Ihre erste Produktion wird die Forward Dance Company am 21. Januar 2021 präsentieren.

 

Blick vom Zuschauerraum auf die Bühne. Podiumsdiskussion (von links nach rechts): Gerda König (online), Gustavo Fijalkow, Eva Jünger (Moderation), Lisa Zocher, Prof.in Katharina Christl

Podiumsdiskussion (von links nach rechts): Gerda König (online), Gustavo Fijalkow, Eva Jünger (Moderation), Lisa Zocher, Prof.in Katharina Christl

Während der Veranstaltung Perspektive Inklusion steht auf der Bühne hinter der Redner Gustavo Fijalkow. Er hält ein Mikrofon in der Hand, trägt eine orangfarbene Hose, ein gemustertes Hemd, eine Brille und kurze Haare. Im Hintergrund ein Sessel.

Gustavo Fijalkow während seines Vortrags über die neugegründete Forward Dance Company.

Vom Bühnenrand auf die Bühne fotografiert. Im Vordergrund ein Laptop und im Hintergrund verschwommen die Bühne des Lofft Theaters. Auf der Bühne steht der Redner und ein Gebärdensprachdolmetscher.

Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen und der wenigen Plätze vor Ort wurde die Veranstaltung im Livestream übertragen. Die Zuschauer konnten an der Diskussion über den Livechat teilnehmen.

Nachaufnahme der Podiumsgäste. Eva Jünger und Lisa Zocher im Gespräch. Beide sitzen im Rollstuh.

Eva Jünger im Gespräch mit Lisa Zocher, Tänzerin der Forward Dance Company.

Nahaufnahme vom Podiumsgast. Katharina Chrisl sitzt auf einem Sessel, hält ein Mikrofon und blickt nach links.

Professorin Katharina Christl von der Palucca Hochschule für Tanz Dresden sprach über Ausbildungswege von Tänzer*innen mit Behinderung.

Blick auf die Bühne im Lofft Theater. Auf dem Podium sitzt von links nach rechts Gustavo in einem Sessel, Eva in einem Rollstuhl, Lisa in einem Rollstuhl und Katharina in einem Sessel. Rechts von ihr steht ein Gebärdensprachdolmetscher.

Die Veranstaltung wurde von Gebärdesprachdolmetscher*innen begleitet (rechts im Bild).

An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen neben Gustavo Fijalkow, Gerda König (Leiterin der DIN A 13 Tanzcompany, Köln), Prof.in Katharina Christl (Professorin für Choreografie an der Palucca Hochschule für Tanz, Dresden) und Lisa Zocher (Tänzerin der Forward Dance Company, Leipzig) teil. Die Diskussion wurde von der freien Künstlerin und Autorin Eva Jünger (Dresden) moderiert. Die Diskutierenden betonten, dass die Karriere von Tänzer*innen mit Behinderung nach wie vor stark vom Engagement des individuellen Umfeldes der Person abhängt und die Strukturen aktuell keine selbstverständliche Teilhabe im Ausbildungs- bzw. im Kulturbetrieb hergeben. Akteur*innen der Soziokultur und der Freien Szene sind hier maßgebliche Treiber und Ermöglicher.

Der Vortrag und die Podiumsdiskussion können im Video nachverfolgt werden.


Perspektive Inklusion!

Perspektive Inklusion! ist eine Veranstaltungsreihe des Runden Tisches für Kunst- und Kulturschaffende mit Behinderung und wird in Kooperation mit der Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen, der Servicestelle Inklusion im Kulturbereich, der Servicestelle Freie Szene und LOFFT - DAS THEATER realisiert.

Kooperationspartner

Runder Tisch für Kunst- und Kulturschaffende mit Behinderung
Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen
Servicestelle Inklusion im Kulturbereich
Servicestelle Freie Szene
LOFFT-DAS THEATER